Gegenstände im Völkerkundemuseum
Handhacken
versch. Handhacken

Hocker aus Kamerun
Holzskulptur der Senufo
Holzskulptur der Senufo
Trommel auf Figurensockel
Trommel auf Figurensockel
Ausstellung Leben in einer Oase
Ausstellung "Leben in einer Oase"
Hochzeitstracht, Sudan
Hochzeitstracht, Oase Siwa
Kopfschmuck Herero-Frau
Kopfschmuck der Herero-Frauen
Lanze und Schild der Maasai
Lanze und Schild der Maasai
Tanzkostüm aus Kamerun
Tanzkostüm aus Kamerun

Maske aus Kamerun
Malanggan-Kopf aus Papua Neuguinea und Maske aus Kamerun
Statuette aus Neu Irland
Mallanggan-Statuette aus Papua Neuguinea

Die Ausstellung führt den Besucher auf eine spannende Reise zu einer großen Vielfalt von Kulturen der Welt. Sie zeigt beispielhaft Gegenstände der materiellen Kultur, die von Menschen in ihrem jeweiligen sozial-ökologischen Kontext geschaffen wurden, oder die sie infolge Kulturkontaktes angenommen haben. Diese prägen das Bewußtsein, die Eigenart und die Arbeit der nach ihnen Lebenden.

Die Sammlung unternimmt den Versuch, unterschiedliche Kulturen vergleichend zu würdigen. Güter des täglichen Gebrauchs, aber auch Kunstobjekte weisen auf die Lebensumstände der Menschen hin und auf die Tätigkeiten, die ihre Wirtschaftsweise ausmachen. Sie gewähren Rückschlüsse auf die spezifischen umweltbedingten Überlebensstrategien. Dabei ist die Grenze zwischen Gebrauchsgegenständen und Kunstwerken nicht klar zu ziehen. Geräte können durch Verzierungen zu Kunst werden und Waffen durch Abstraktion zu Symbolen von Macht und Stärke. Zentrale Themen der Kunst sind: Tod und Fruchtbarkeit, welche den Tod überwindet und das Überleben der Völker sichert.

Die 1976 gegründete "Stiftung Völkerkundliches Museum Witzenhausen" wird von DITSL zusammen mit der Stadt Witzenhausen getragen. Die Sammlung umfasst ca. 2000 ethnographische Objekte, davon 1400 Stück, die von Freunden und Absolventen der ehemaligen Deutschen Kolonialschule Witzenhausen und seiner Nachfolgeeinrichtungen seit etwa 1900 zusammengetragen worden sind. Die Ausstellung zeigt ständig ca. 1200 Ethnographika auf 200 qm. Das Leitthema ist die menschliche Gesellschaft in Bezug zur natürlichen Umwelt. Beispielhaft werden Geräte zur Gewinnung, Verarbeitung und zum Genuß von Nahrung sowie Kleidung, Schmuck und Waffen aus Agrarkulturen in West-, Süd- und Ostafrika sowie aus Melanesien, Polynesien und Südamerika gezeigt. Anschauliches Bildmaterial und erläuternde Texttafeln ergänzen die Präsentation. Die Darstellung der Wirtschaftsformen erlaubt den Vergleich der Anpassungsstrategien der Völker an die jeweiligen naturräumlichen Bedingungen. So wird der Gang durch die Kulturen gleichzeitig eine Reise durch die ökologischen Zonen tropischer und subtropischer Regionen.

Raum 1: Ägyptische Oasen
Ziel der nach Grundsätzen der Museumspädagogik aufbereiteten Ausstellung ist die Vermittlung ethnographischen Wissens und Erläuterung kulturanthropologischer Zusammenhänge. Für den Gebrauch im Schulunterricht liegt ein didaktisches Konzept mit dem Titel: "Leben in einer Oase" vor, das vom Hessisches Institut für Lehrerfortbildung, Fuldatal, für die Ausstellung erarbeitet und 1995 herausgegeben wurde.

Raum 2: Wildbeuter
Die Wildbeuter sind als Sammler und Jäger auf die Nutzung wild vorkommender Pflanzen und Tiere spezialisiert. Diese Lebensweise wird beispielhaft an drei Ethnien dargestellt: die San-Gruppen im südlichen Afrika, die Ayoreo im Grenzgebiet Bolivien/Paraguay und die Aborigines in Australien. Diese Gegenden zeichnen sich durch extreme Umweltverhältnisse aus, die einzigen Gebiete, wo heute noch Wildbeuter leben. Aber auch dort sind sie starkem Druck zur Akkulturation ausgesetzt. Die Lebensverhältnisse dieser rezenten Völker sind deshalb nur sehr eingeschränkt repräsentativ für die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen der entfernten Vergangenheit, etwa der Altsteinzeit.

Raum 3: Hirtennomaden
Das Leben der Hirtennomaden in den semiariden und ariden Gebieten wird beispielhaft an den Maasai in Ost- und den Herero im südlichen Afrika (Namibia) dargestellt. Nicht nur die Waffen der Maasai, die vordringlich der Verteidigung der Herden dienen, beeindrucken hier, sondern auch die traditionelle Lederbekleidung und die Kunst der Eisenverarbeitung der Herero. Charakteristisch ist die enge Verbindung vieler Hirtenvölker zum Handel, für den sie wichtige Voraussetzungen in ihrer materiellen Kultur und ihrer Lebensweise besitzen.

Raum 4: Bauern
Auch bei den Ackerbaukulturen Ost- und Westafrikas ist die Verzahnung von Subsistenz, Handwerk und Kunst ausgeprägt. Neben den Geräten der Bodenbearbeitung finden sich charakteristische Kunstwerke wie Gelbgußarbeiten der verlorenen Form, Goldgewichte der Akan, Flechtwerke, figürliche Holzsschnitzereien der Makonde und Kultmasken der Geheimbünde.

Raum 5: "Die Welt in Witzenhausen - Witzenhausen in der Welt"
Die Anfang 2005 fertig gestellte Ausstellung in Raum 5 verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen den Ursprüngen des Völkerkundlichen Museums und der deutschen Kolonialgeschichte, die in Witzenhausen in Form der Deutschen Kolonialschule einen besonderen Schauplatz hatte. Zur Steigerung der Wirtschaftskraft der Kolonien, die Deutschland zwischen 1884 und dem Ersten Weltkrieg besaß, wurde 1898 die Deutsche Kolonialschule Witzenhausen gegründet. An der bis zum Zweiten Weltkrieg bestehenden Schule wurden vor allem landwirtschaftliche und handwerkliche Fächer in Theorie und Praxis unterrichtet. Die zukünftigen Tropenlandwirte wurden jedoch auch in Völkerkunde, Kulturgeschichte und Sprachen (von Englisch und Spanisch bis hin zu Suaheli und Hausa) unterrichtet. Zur Veranschaulichung des Unterrichts wurde eine Lehrsammlung angelegt: die Absolventen der Kolonialschule wurden aufgefordert, entsprechende Gegenstände aus Übersee nach Witzenhausen zu schicken…
Die kleine Ausstellung in Raum 5 will dem Besucher die Wurzeln des Museums vor Augen führen und leistet damit einen Beitrag zur Aufarbeitung der umstrittenen Kolonialvergangenheit Witzenhausens, die gerade jetzt, 100 Jahre nach dem Herero-Aufstand, nicht mehr ignoriert werden kann.

Raum 6: Pflanzer & Fischer
Unter den Bedingungen der pazifischen Inselwelt (Melanesien, Polynesien) bildet der Fischfang neben dem Bodenbau die eine Säule der Subsistenzsicherung. Fische zu fangen bedeutet nicht nur, mit proteinreicher Nahrung versorgt zu sein oder Geld zu verdienen. Der Fischfang stellt auch sicher, daß man seinen zahlreichen Verpflichtungen innerhalb des sozialen Netzes und der Kirche nachkommen kann. Neben den Geräten des Fischfangs und dem Pflanzstock sind auch Jagd- und Kriegswaffen charakteristisch. Eine Kuriosität stellen die Gewehrkeulen aus Fidji dar, die von den Inselbewohnern nach den ersten Kontakten mit europäischen Seefahrern angefertigt wurden. Besondere Beachtung verdienen die Malanggan-Schnitzereien aus Neuirland und Papua Neuguinea.

Öffnungszeiten:
April bis Oktober,
Mittwoch von 15.00 bis 17.00 Uhr
Sonntag von 15.00 bis 17.00 Uhr.

Gruppenführungen können nach Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten arrangiert werden.
Wissenschaftliches Arbeiten ist nach vorheriger Kontaktaufnahme jederzeit möglich.

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Fon: 05542 - 607 21